Glück ist ein magisches Haus, das man weder kaufen und nur finden kann, wenn man nicht danach sucht. (©EveDeFun)
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Mittwoch, 15. Februar 2012
Sonntag, 15. Januar 2012
Damals
Wieder einmal hier. Ich starre in den Schnee und sehe zu wie das Blut das Weiß rot färbt. Dann schließe ich meine Augen und sehe mich durch die engen Passagen laufen mit einem Rucksack und vielen Einkaufstüten bepackt – Hand in Hand mit ihm. Wie wir über den Weihnachtsmarkt schlendern und uns über jeden noch so kleinen oder stinkenden Stand beugen. Sanft streicht er mir durch die Haare – der Schnee knirscht unter meinen Füßen. Wir tanzen zu wilder Musik aus unseren Köpfen auf der verlassenen Straße. Der Schnee wird tosend aufgewirbelt und schneit um uns herum. Ich werfe meine Plastiktüten umher, springe auf und ab. Dann sehe ich den sternenklaren Himmel und den Mond über mir. Zitternd bleibe ich stehen und lege den Kopf noch weiter in den Nacken. Schau, rufe ich. Er kommt zu mir, legt ein Arm um mich und wir beginnen die abertausenden Sterne zu zählen. Ich beginne links, er rechts – wir wollen uns bei einem großen leuchtenden Stern in der Mitte treffen...Ein Geräusch lässt mich meine Augen wieder öffnen. Direkt neben mir ist ein dicker Eiszapfen von der Dachrinne runter gestürzt. Mühsam stehe ich auf – zitternd – und halte mein blutendes Bein umklammert. Humpelnd entferne ich mich von der Dachrinne und trete raus in den Schneesturm. Ich habe ihn verloren, habe mich schon wieder verletzt. Ich humpele immer weiter, bis ich auf einer Hauptstraße lande. Noch bevor die Fußgängerampel auf Grün springt, fange ich an rüberzulaufen, mein verletztes Bein nachziehend. Ich renne in den Park – dort wo es passierte. Dort, wo wir auf dem Eis des Sees herumgeschlittert und wieder zu der wilden Musik aus unseren Köpfen umher getanzt waren. Kalte Eisflocken schneiden sich in mein Gesicht. Die Tränen in meinen Augen mischen sich mit dem Wasser, welches die Flocken auf meinem Gesicht hinterlassen. Mühsam schleppe ich mich weiter. Bald erreiche ich den kleinen See. Er ist nicht groß, aber...
Wieder leuchten die erschreckenden Bilder vor meinem inneren Auge auf. Es ist doch nun schon ein Jahr her! Doch ich erinnere mich an jedes noch so kleine Detail... weiß noch ganz genau, wie der feuchte Schneeregen uns benieselte, wie er nach meiner Hand gegriffen hatte, als ich beinahe ausrutscht wäre und wie die Bäume bedrohlich über uns schwankten. Und dann dieses Geräusch, dieses Bersten, dieses Reißen. Wir standen in der Mitte des zugefrorenen Sees und blickten in die Wolken über uns. Unser Atem ging schnell, denn vor einigen Sekunden hatten wir noch getanzt. Jetzt standen wir still... und hörten plötzlich dieses Knacken. Das Eis, rief er und begann loszulaufen – Richtung Ufer. Ich folgte ihm und sah es vor meinen Augen, wie das Eis erneut schepperte und es unter ihm nachgab. Wie er, direkt vor mir, einbrach - es waren noch gut zwanzig Meter bis zum Rand des Sees. Ich erinnere mich an meinen entsetzten Aufschrei und meine Versuche seine wild zappelnden Arme zu erreichen. Lauf, hol Hilfe!, hatte er geschrien. Panisch kam ich wieder auf die Beine und sprintete oder schlitterte eher zum Ufer. Mir war nichts passiert... ich war nur ausgerutscht und hingefallen, doch das bemerkte ich damals nicht. Aber heute – heute sehe ich immernoch diese weiße Narbe auf meinem Schienbein. Dort, wo ich damals hart auf dem Eis aufschlug - auf dem Weg Hilfe zu holen. Und heute, nach einem Jahr, schnitt ich sie mir erneut auf um diesen lästigen Schmerz loszuwerden, der mich seit einigen Nächten wieder einholt.
Als ich zurückkam, war er nicht mehr da. Einige Minuten später trafen Feuerwehr und Krankenwagen ein. Doch man konnte ihn nicht finden. Ich schrie und heulte – seine und meine Eltern kamen. Ich brüllte wütend umher, zog mich dann bis auf mein langes T-Shirt aus und wollte ihm nachstürzen um ihn zu retten, doch ich wurde gepackt und wieder an Land geholt. Es wurde wild auf mich eingeredet, doch ich trat nur noch wilder um mich. Ich wollte es nicht wahrhaben, wollte nicht glauben und nicht verstehen. Ich warte hier, hatte er mir noch nachgerufen. Und bevor ich abgebogen war, hatte ich einen Blick zurückgeworfen und das kleine Herz gesehen, dass seine zitternden Hände formten.
©EveDeFun
[Es ist rechtlich nicht gestattet Text oder Bilder, die ein "©EveDeFun" aufweisen, zu kopieren!]
Montag, 10. Oktober 2011
♠ Eigenes ♠
Jo, noch ein neuer Label -> Gedichte & Geschichten von mir (:
nächtliche Angst
Schreie töten
Nebel würgt
unbekannte Riesen stehen auf
Angstatem
erwacht.
[© EveDeFun]
Nachtgeschehen
Immer dasselbenächtliche Angst
Schreie töten
Nebel würgt
unbekannte Riesen stehen auf
Angstatem
erwacht.
[© EveDeFun]
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